Unsere Reiseroute von Bali führt uns weiter Richtung Osten nach Nusa Tenggara, dies sind die Inseln Lombok, Sumbawa, Komodo, Flores, Alor und Timor. In Padang Bai (Fährhafen) auf Bali gibt es Transport-Tickets direkt nach Gili Trawangan (Lombok) - wir haben einen ganzen Tag für diese Strecke gebraucht ! Das Ticket beinhaltet zwar einen organisierten und fest bezahlten Transport (DM 7,50 pro Person), in Indonesien ist Geduld aber eine Tugend, die wir erst noch erlernen müssen. Erst Fähre (4 Std.), dann im Hafen warten bis andere Fähre abgefertigt (1 Std.), dann Fahrt mit Bus vom Hafen zur nächsten Stadt (1 Std.), dann Fahrt mit kleinem Bus von der Stadt zum kleinen Hafen (1 Std.) und endlich mit Mini-Fähre (naß !) zur Insel (1 Std.) ! Wir sind um 8:30 Uhr morgens gestartet und waren erst um 5:00 Uhr nachmittags da ! Gili Trawangan im Norden von Lombok ist eine sehr schöne Insel mit Sandstrand, kristallblauem Wasser, vielen Bungalow-Anlagen und Restaurants, sowie einigen Tauch-Shops. Die Insel hat in den Reiseführern den Ruf der "Party-Island", bei den Einheimischen auch "Condom-Island" ! Da es hier im Gegensatz zu vielen anderen Inseln keine Polizei gibt, stehen neben Ganja auch die Magic Mushroom auf der "Speisekarte" ! Als Transport stehen ausschließlich Pferdekutschen bereit und es gibt keine knatternden Motorräder. Wir wohnen in einem Stein-Bungalow mit gefliestem Boden und Bad und das tollste: wir haben ein super-schönes und bequemes Bambusbett mit Mosquitonetz (gibt aber wenig hier) ! Inkl. Frühstück (Pancake, Toast, Fruchtsalad und Kaffee/Tee) zahlen wir zusammen (!) umgerechnet DM 10,00 ! Auch sonst sind die Gerichte in den Restaurants nicht so teuer - für weniger als DM 5,00 pro Person kann man sich mit mehreren Gerichten satt essen - meist reicht auch nur ein Fried Rice mit Gemüse für die Hälfte ! Entgegen meinen Erwartungen existiert auch ein Internet-Cafe hier (via Sattelit) und mehrere Hotels und Tauchbasen stellen ihre Internet-Zugänge zur Verfügung. Ein wenig teurer als auf Bali (DM 12,50 Std.) aber besser als GSM (geht auch gar nicht hier). Gleich am ersten Abend treffen wir beim Essen im „Cafe 99“ Agung mit seinen Freunden und wenig später stehen die Whiskey- und Bierflaschen auf den Tischen. Jeden Abend ist in einer der vielen Bars und Restaurants eine Party bis früh in den Morgen - nicht selten in privater Fortsetzung mit Lagerfeuer am Strand. An diesem Abend sind wir wegen der langen Reise jedoch zu müde und ziehen das bequeme Bambus-Bett vor. Die Nächte auf Gili Trawangan sind jedoch nicht gerade geeignet für lange tiefe Schläfchen: die erste Störung erfolgt zwischen 2:00 Uhr und 3:00 Uhr, wenn die letzten Nachtschwärmer mit großer Lautstärke ihre Zimmer suchen - um 4:00 Uhr Nachts (oder morgens ?) schreit der Muezzin in einer Lautstärke, als wenn ein LKW durch´s Zimmer fährt ! Wenig später, man ist gerade wieder eingeschlafen, wachen die Hähne und all die anderen Dorfbewohner (Ziegen, Hühner, Katzen, Pferde usw.) auf und das war es dann mit der Nachtruhe ! Leider ist die Insel in dieser Jahreszeit so extrem staubig, das Sabine an den ganzen Beinen einen Hautausschlag bekommt. Wir sind zwar seit Monaten in staubigen Gebieten Asiens unterwegs, doch selbst mich fängt es nach ein paar Tagen an zu nerven. Überall hängt der Dreck fest: an den Stühlen, auf den Tischen, die Speisekarte klebt usw. - man fühlt sich nach wenigen Minuten immer wie eine Woche nicht geduscht ! Auch an den Strand kann man nicht gehen, ohne, aus dem Wasser kommend, regelrecht paniert zu werden ! Manchmal ist es so schlimm, daß es zwischen den Zähnen knirscht und man das Gefühl stumpfer (staubiger) Zähne hat. So macht das natürlich wenig Spaß und wir beschließen nach einigen Tagen unsere Weiterreise. Wir hängen vormittags in unserer schönen Hütte ab und gehen um 15:00 Uhr zum „Movie-Gucken“ in die Bars und Restaurants. Wie auf Koh Tao gibt es hier diverse Auswahl an verschiedenen Video-CD´s, die ab nachmittags bis spät abends gezeigt werden. Neben aktuellen Hollywood-Highlights wie Star Wars, Matrix (Scheiß-Film !) und Conair (geiler Film !), haben wir auch Sphere, White Raven und Man in Black gesehen. Alles auf 72er Sony Trinitron Röhren und teilweise in Dolby-Surround - Tourismus bringt wohl doch einiges an Geld ! Für die Weiterreise entscheiden wir uns für einen 4-tägigen Boots-Trip nach Labuan Bajo (Flores), der von einigen „Travel-Agency-Buden“ angeboten wird. Von Lombok fährt das Boot die Nordküste Sumbawas entlang, weiter nach Komodo bzw. Rinca bis zur Westküste von Flores. Ein idealer Trip ! Der Weg über Land inkl. der notwendigen Fährfahrten würde nonstop mindestens stressige 36 Stunden (!) dauern - ohne die vielen möglichen indonesischen Überraschungen (Fähre fährt doch nicht, oder erst morgen, oder wenn genug Personen da sind ...). Außerdem können wir so beim Schnorcheln die Nordküste Sumbawas als Tauchgebiet checken und die berühmten Komodo-Warane im Landgang bestaunen. Der Trip beinhaltet den Transport, Essen, Trink-Wasser und das „Freizeit-Programm“ - geschlafen wird an Deck auf Matrazen mit Decken. Für 340.000 Rupiah pro Person (DM 85,00) heuern wir an und starten Richtung Osten. Wie könnte es auch anders nicht sein - auch dieser Trip entwickelt sich zunehmend als indonesische Mogelpackung. Endlich am Hafen von Lombok angekommen (von Gili Trawangan insgesamt 5 Stunden) sieht unser Boot dem Bild vom bunt kopierten Werbe-Flyer wenig ähnlich ! Nachdem wir und die anderen 9 wagemutigen Traveller das Gepäck im Rumpf des Bootes verstaut haben, finden wir uns langsam mit unserem Freiluft-Wohnzimmer für die nächsten vier Tage ab und warten auf die Abfahrt - laut Flyer steht für den Nachmittag Schnorcheln auf dem Programm. Wir lernen schnell, das es Programme und Pläne in Indonesien eigentlich nicht gibt und tauschen mit den anderen Travellern lebhaften Geschichten aus. Unsere Abfahrt verzögert sich um etliche Stunden (!), weil der Kapitän genau an diesem Tag seine Lizenz erneuern mußte und erst am Spät-Nachmittag auftauchte. Also kein Schnorcheln ! Die Stimmung an Bord versteifte sich etwas, da sich die Crew weder vorstellte noch uns mit Details für die nächsten vier Tage informierte. Es gibt nur am ersten Morgen Kaffee und jeden Tag verschwindet eines der lebenden und mit uns reisenden Hühnchen - nur nicht in unserem Essen ! Die Stimmung eskaliert, als wir jeweils einzelnd fragend erfahren, daß wir einen ganzen Tag und die ganze Nacht durchfahren, angeblich um mehr Zeit in der interessanteren Komodo Region zu haben. Die Wahrheit liegt mehr darin, möglichst schnell am Zielhafen zu sein und die lästigen zahlenden Traveller loszuwerden ! Für uns weniger schlimm, da es ja mehr um den Transport ging, als um das Trip-Erlebnis. Außerdem haben wir auch lohnenswerte Ausflüge unternommen, die die Crew nicht so einfach vom Plan streichen konnte. Neben dem unglaublich interessanten und faszinierenden Panorama der Vulkaninseln Nusa Tenggaras ist Höhepunkt des Trip´s der Besuch der Inseln Komodo und Rinca. Nur hier leben noch einige hundert Exemplare der berühmten Komodo-Warane, die größten der Welt, ausgewachsen bis zu 3 Meter lang und über 100 kg schwer. Auch für Menschen nicht ganz ungefährlich werden wir zur strickten Einhaltung der Park-Regeln aufgefordert und bekommen für beide Inseln jeweils einen Guide für die Expedition (natürlich Extra-Rupiahs !). Wir sehen doch tatsächlich jeweils drei Exemplare der Komodo-Warane, die aber alles andere als gefährlich aussehen. Irgendwie habe ich mir die Reptilien doch größer und imposanter vorgestellt. Auf Rinca Island sind wir in der Morgendämmerung um 7:00 Uhr früh über die Insel getreckt, um Wildlife zu sehen. Nach anstrengenden 7,5 km auf und ab mitten durch die Steppenlandschaft, ist unsere Ausbeute an Wildlife ein Büffel, ein Wildschwein, mehrere Hirsche und einige Vögel. Nunja, jetzt sind wir uns wenigstens sicher und ziehen doch das Tauchen vor, dort gibt es irgendwie mehr zu sehen ! Ruckzuck vergehen auch diese vier Tage wieder wie im Fluge und wir werden in Labuan Bajo, Flores von Bord geworfen. Wir haben ein nettes deutsches Pärchen (Dirk und Minni) kennengelernt, die für insgesamt 5 Monate unterwegs sein wollen und wir beschließen, die nächsten paar Tage zusammen zu verbringen. Außerdem wollen wir auch gemeinsam Tauchen gehen, die beiden haben gerade auf Bali ihren Open-Water-Kurs absolviert und sind ganz heiß auf neue Tauchgänge. Ein schönes Hotelzimmer ist in diesem kleinen und überschaubaren Fischerdörfchen schnell gefunden, doch neben ein paar Restaurants, einigen Travel Agency Buden und drei Dive-Shop´s war´s das dann auch ! Wir erkundigen uns zuerst nach unseren Möglichkeiten der Weiterreise und bemerken schnell, daß wir in einer Art Sackgasse gelandet sind. Allein der Transport zum nächsten Flughafen hätte 20 Stunden harte Busfahrt unter lokalen Bedingungen bedeutet - dazu waren alle Flüge für die nächsten 14 Tage komplett ausgebucht. Um auf die nächste Insel zu kommen, hätte es nochmals 2 Stunden lokale Busfahrt und 24 Stunden (!) Fährfahrt gebraucht - einfach "too much", zumal der Ort Labuan Bajo auf Flores schon nicht mehr viel Zivilisation zu bieten hat ! Nebenbei berichteten andere Traveller auch von total überfüllten Langstrecken-Fähren, denn alle Schiffe kommen von Osten, d.h. Timor ! Dazu noch all die indonesischen Spezialisten - alle erzählen Dir unterschiedliche Fakten über Namen, Zeiten, Preise und Möglichkeiten. Hier kann man keinem vertrauen und wir wollen keine erneute Mogelpackung ausprobieren ! Der Weg zurück nach Bali bedeutet auch harte 36 Stunden in lokalen Transportmitteln (Fähre-Bus-Fähre-Bus-Fähre-Bus), klingt locker, doch mit unserem Gepäck und bei Anblick der Busse und Fähren sicherlich ein Horror-Trip. Außerdem kursieren auch für diesen Trip überall unterschiedliche Zeitpläne und Informationen. Der versprochene und verkaufte Non-Stop-Trip ist sicher eine Idealvorstellung, die bei den indonesischen Bedingungen hier, nicht einzuhalten ist. Wir habe von anderen Travellern haarsträubende Geschichten gehört und haben keine Lust auf Experimente. Zusätzlich wird die Situation in Ost-Timor immer kritischer und wir bekommen keine konkreten Informationen. Es gibt auch immer weniger englisch sprechende Indonesier und keiner weiß so genau was weiter östlich so abgeht. Es gibt einige Fernseher im Dorf, doch die Sendungen werden nur in Bahasa Indonesia ausgestrahlt ! Wir sind hin und her gerissen und etwas frustriert über unsere blöde Situation, als wir abends in einem Restaurant eine interessante Alternative angeboten bekommen. In vier Tagen soll ein 4-Tages Bootstrip direkt hier von Labuan Bajo nach Sulawesi starten, für den noch Leute gesucht werden. Robin, ein amerikanischer Individualist bietet mit seinem 22 Meter langen und gut ausgestatteten Motorsegler „RIMA“ die einzige Möglichkeit, um von Flores direkt nach Sulawesi zu kommen. Er fährt die Strecke Sulawesi-Flores-Sulawesi jeweils im Zyklus von 14 Tagen und bietet neben dem Transport auch die Möglichkeit für einige Tauchgänge, da Flaschen und ein Kompressor an Bord vorhanden ist. Wir werden angeheizt von Robin´s Erzählungen von unberüherten Tauchgebieten in isolierten Regionen und sagen nach Begutachtung des Bootes und kleiner Preisverhandlung kurzerhand zu. Für indonesische Verhältnisse ein teurer aber sonst durchaus fairer Trip für US$ 125,00 pro Person. Besser und günstiger wären wir von hier nicht mehr weggekommen. Außerdem klingt der Ablauf der Tour von Robin erstaunlich zuverlässig und präzise, ganz anders als die übrigen lokalen Mogelpackungen ! Leider haben wir dadurch aber nur noch zwei Tage Zeit für die Erkundung der Tauchplätze rund um Komodo, die wir auch dafür nutzen. Dirk und Minni müssen mit der Horror-Tour zurück nach Bali, um dort ihren Flug weiter nach Australien zu bekommen. Wir haben zusammen zwei schöne Tauchtrips mit Condo, einem lokalen Dive-Operator, der das Gebiet um Komodo seit Jahren genau kennt und uns einen Top-20 Highlight-Tauchgang serviert (s.u.). Wir wären das Tauchens wegen gerne noch ein wenig länger geblieben, legen jedoch nach zwei Tagen mit der „Rima“ ab, Richtung Sulawesi. Mit an Bord sind sechs weitere Traveller, darunter drei weitere Taucher. Die Fahrt verläuft zunächst bei ruhigem Seegang und ich kann in aller Ruhe sowohl am Computer arbeiten (in der Sammelkajüte) als auch mit meinem GPS den Kurs verfolgen. Wir dürfen auch alle mal ans Steuer und nach den ersten Pilsetten fühlen wir uns wie alte Seebären. Am zweiten Tag starten wir zum ersten Tauchgang, merken jedoch schnell, daß Robin eher nicht zu den professionellsen Dive-Operatoren gehört. Sein Briefing zum Tauchplatz (diesmal auch für uns interessant) viel mehr als knapp aus (er wußte offenbar auch nicht so genau Bescheid), er verlor beim ins Wasser springen eine Flosse und sein Tauchgang mit den wenig erfahrenden anderen Tauchern war schon nach 25 Minuten beendet. Wir hatten dagegen einen schönen relaxten Tauchgang von einer Stunde, nicht spektakulär, dennoch lohnenswert. Von jetzt an wurde Robin immer ruhiger und zog sich mehr und mehr zurück, die Planungen über Route und Tauchgänge wurden immer geheimnisvoller. Morgens hieß es immer, wir werden heute zwei Tauchgänge an Top-Plätzen machen, als die Flaschen aber bis mittags immernoch nicht gefüllt waren, war schnell klar, das seine Organisation ziemlich chaotisch ist. Der Knaller passierte beim Besuch eines Dorfes auf einer Insel mitten zwischen Flores und Sulawesi. Um auch für Nicht-Taucher etwas zu bieten (oder warum auch immer) wollte Robin unbedingt dieses unberüherte Dorf besuchen. Der Ortslage unkundig, versuchte er mehrmals, in die von einem Korallenriff geschützte Bucht zu steuern. Dabei drehte er immer erst bei einer Wassertiefe von knappen 2 Metern (!) ab und versuchte immer wieder neue Einfahrtsmöglichkeiten. Es dauert knapp eine Stunde, bis wir über das Korallenriff und dicht genug an den Strand kommen. Wir bleiben an Bord, da wir im Moment keine Lust auf „Traditional Village“ haben und machen es uns an Bord gemütlich. Plötzlich meint Sabine, daß das Boot sich ja gar nicht mehr bewegen würde. Und in der Tat, wir liegen auf Grund und Minute für Minute neigt sich das Boot auf die Seite - Mr. Robin hat sich wohl mit der Gezeitentablle (wenn er überhaupt eine dabei hat) etwas geirrt. Wir liegen mit der „Rima“ fast 45 Grad auf der Seite und müssen jetzt ersteinmal 6 Stunden auf die Flut warten ! Zeit genug für einige Pilsetten ! Was wäre eine Reise ohne Abenteuer ! Somit fällt natürlich wieder ein geplanter Tauchgang aus. Der Tauchgang am nächsten Tag verlief auch wieder hektisch und ohne Planung. Robin erzählt immer wieder von den tollen und spektakulären Tauchplätzen, steuert dann aber laut Karte ganz andere Inseln an. Seine Informationen über Strömungen stimmen nie und wir erleben einen Tauchgang mit super heftigen Strömungen aus allen (!) Richtungen. Kein Wunder, daß die anderen Taucher nach 20 Minuter wieder aus dem Wasser sind - selbst wir halten es kaum 45 Minuten aus. Dafür haben wir seit langem mal wieder einen schönen großen Adlerrochen gesehen, der in der Strömung gejagt und gefressen hat. Von solchen Erlebnissen genug lassen wir den dritten Tauchgang einfach aus, zumal Robin wieder von „Shark-City“ vorschwärmte, dann aber auf der windgeschützen Seite der betreffenden Insel blieb, um den Tauchgang zu machen ! Nach vier Tagen sind wir nach gemütlicher Seefahrt dann endlich in der Nähe von Bira auf Sulawesi angekommen und sind die letzten 195 Kilometer bis nach Ujung Pandang mit dem Auto gefahren. Auch dieser kurze Trip war wieder ein Abenteuer für sich. Ich habe beim Autofahren eigentlich selten Beklemmungen - dieser junge indonesische „Hell´s-Driver“ verwechselte aber wohl Realität mit einem Computerspiel ! Mit teilweise an die hundert rast er über die schmale Landstraße (Kurven, Schlaglöcher) und bremst nur in Ausnahmefällen ab. Wir schneiden LKW´s von vorne, drängeln Fahrradfahrer in den Straßengraben und rasen von Dorf zu Dorf. Die Situation verschärft sich bei Eintritt der Dunkelheit, man kann kaum noch etwas erkennen und wir rasen mit hundert Sachen über die Straße ! Wir sind heilfroh, als wir endlich in Ujung Pandang ankommen und fallen todmüde ins Bett !
Tauchen auf Gili Trawangan:
Wir selbst sind nicht getaucht. Die Informationen
und Fakten über die Tauchplätze ließen auf keine besonderen
oder einzigartigen Tauchgänge schließen. Intaktes Korallenleben
soll es nur noch an wenigen Plätzen und erst ab 30 Meter Tiefe geben.
Das „Marine-Life“ scheint noch in Ordnung zu sein: Weißspitzen-Riffhaie
und Schildkröten sind wohl häufig. Die Sichtweiten liegen bei
ca. 20 Metern. Die Tauchplätze werden in einer Tiefe zwischen 18 und
25 Metern betaucht - die Party-Touristen scheinen damit zufrieden zu sein
! Die ansässigen Tauch-Shop´s haben seit diesem Jahr ein Preis-Abkommen
geschlossen und verkaufen den Dive-Trip (ein Tauchgang) nicht unter US$
22,50 ! Nicht gerade wenig, zumal die Plätze kurze Bootsfahrten benötigen
oder teilweise vom Strand aus betaucht werden könnten (Flasche + Pferdewagen).
Interviewte Taucher bestätigten unsere Vorbehalte und berichteten
zwar von netten aber nur durchschnittlichen Tauchgängen. Gili Trawangan
ist halt mehr eine Strand- und Party-Insel mit Tauch-Möglichkeiten,
sollte man Langeweile haben !
Tauchen um Komodo:
Seit langem freuen wir uns auf Tauchgänge
in dieser Region. Von starken Strömungen („Waschmaschine“) und Kaltwasserwellen
geprägt gelten die Tauchgründe um Komodo als anspruchsvoll aber
„Worldclass“ ! Schon auf der Wasseroberfläche lassen sich gegenläufige
Strömungen, Strudel und Wellenbewegungen deutlich ausmachen. Wir machen
in Labuan Bajo einen kleinen Tauchshop ausfindig, der komplett unter indonesischer
Leitung steht. Condo, Inhaber und Tauchlehrer von CND Dive gibt sich erstaunlich
professionell und kennt die Tauchgründe wie kein anderer. Er hat mehere
Jahre für wissentschaftliche Zwecke (Reef and Wildlife Conservation
Fund) gearbeitet, überwacht und kontrolliert die Riffe und Fischbestände
rund um Komodo. In dieser Zeit hat er im Team mit meheren Tauchern 185
verschiedene Plätze in diversen Tiefenebenen betaucht und die Ergebnisse
protokolliert. Es gelingt somit, die Dynamit-Fischerei (ist staatlich verboten,
wird aber immernoch örtlich praktiziert) mit Erfolg zu kontrollieren.
Um die zwei anderen Tauchshop´s in Labuan Bajo unter Druck zu setzen
(sowohl der Shop unter deutscher Leitung, als auch der unter australischer
Leitung haben keine offizielle Lizenz - bei den Behörden bekannt aber
es wird nichts unternommen !), bietet CND Dive einen Tagestrip mit zwei
Tauchgängen für US$ 25,00, ein Angebot dem wir nicht widerstehen
können. Der Tauchplatz gilt zwar nicht als Top-Highlight, ist aber
optimal zum gegenseitigen kennenlernen. Unterwasser überrascht uns
neben guten Sichtweiten eine große Anzahl und Vielfalt an Korallen.
Das Glück ist diesmal nicht auf unserer Seite und wir sehen keine
größeren Fische oder Schwärme. Dafür müssen wir
an der äußeren Riffseite ganz schön mit der Strömung
kämpfen, um in Ruhe alle Details beobachten zu können. Die Wassertemeratur
ist deutlich kälter als üblich (nur 26 Grad), sodaß bereits
nach knappen 30 Minuten Tauchzeit das Frösteln einsetzt (trotz 3mm
Neopren-Anzug). Ziemlich geschafft von der Strömung fragen wir Condo
nach seiner Meinung: „What current ? This is a Place for Beginners !“ Jetzt
wird uns klar, warum die Tauchplätze hier als höchst anspruchsvoll
gelten. Wir haben Glück und Condo sieht die Möglichkeit durch
Prüfung der Gezeitentabelle, die beiden Top-Plätze in einem Tagestrip
zu betauchen. Um es vorwegzunehmen: dieser Tauchgang belegt ein Platz in
meiner persönlichen Top 20 Liste ! Beim Abtauchen stoßen wir
auf das Interesse eines ausgewachsenen Manta-Rochens ! Er gleitet bis auf
etwa 5 Meter zu uns heran und dreht neugierig einige Kreise, bis er wieder
ins tiefe blaue Wasser verschwindet. Vor lauter Begeisterung bemerken wir
gar nicht die vielen Haie, die überall um uns herum schwimmen. Von
dieser Begegnung erholt, erkunden wir weiter das Riff. So etwas habe ich
noch nie gesehen. Fisch, Fisch und nochmals Fisch ! Im Hintergrund registrieren
wir zwei riesig große Weiß-Spitzen Riffhaie (sahen erst aus
wie Graue Riffhaie), die jedoch vor lauter Riff-Fischen kaum zu sehen waren
! Nicht nur kleinere Riff-Fische stehen dicht nebeneinander und meterweit
weg vom Riff in der Strömung, sondern auch große Zackenbarsche,
Süßlippen und Kaiserfische schwimmen überall herum. Selten
habe ich so viele verschiedene Arten und Varianten der einzelnen Fischgruppen
gesehen. An Artenvielfalt und Anzahl kaum zu übertreffen ebenso die
Korallenwelt. Es gibt so gut wie keinen unbewachsenen Platz im Riff, Hart-
und Weichkorallen, Schwämme, Gorgonien, einfach alles ! Der Tauchgang
wird abgerundet durch eine seltene und farbenprächtige Nacktschnecke
- wir sind so begeistert, daß wir völlig das Frieren im kalten
Wasser vergessen ! Der zweite Tauchgang kann mit dem ersten zwar nicht
ganz mithalten, war jedoch trotzdem lohnenswert. Selbst Condo war begeistert
(nicht von den vielen Fischen und Korallen, die seien wohl Standard !),
sondern mehr von seiner Planung unter Berücksichtigung der Gezeitentabelle
und seinem Gefühl für Plus- bzw. Minus-Stunden. Wir konnten den
kleinen Tauchplatz fast komplett umrunden - eine Seltenheit - die starken
Strömungen lassen das meist nicht zu ! Leider haben wir keine Zeit
weitere Plätze auszuprobieren, viele gute Tauchspots liegen auch im
Süden der Inseln, die derzeit wegen starke Winde nicht angefahren
werden können. Grund genug für ein „Comeback“ !
Die Fähre von Bali nach Lombock
Der Beach von Gili Trawangan
Das "staubige" Gili Trawangan
Mit dem Pferdewagen zur Party
Das langsame Internet-Cafe
Sabine bei Rudy´s !
Kein Kommentar !
Der Nobel-Teil von Gili Trawangan
Sabine und ihre Lieblings-Blumen
4 Tage von Lombok nach Komodo
Wohn- und Schlafzimmer !
Vulkan-Inseln bei Komodo
Komodo-National-Park
Komodo-Waran Nr. 1
Komodo-Waran Nr.2
wacklige Einbaumfahrt zum Boot
Panorama von Rinca-Island
An Bord der "RIMA" nach Sulawesi
Sammelkajüte auf
der "RIMA"
Deck der "RIMA"
Sonnenuntergang auf hoher See