Layang Layang

Um uns von den Strapazen des Bergsteigens zu erholen, haben wir weitere 8 Tage/7 Nächte Tauchen vom Feinsten in Layang Layang gebucht. Das Atoll liegt ca. 300 km vor Kota Kinabalu im offenen Meer, ist künstlich aufgeschüttet worden und diente lange Jahre als aktive Militärbasis. Neben den Militär-Einrichtungen und einer Landebahn für kleine Flugzeuge gibt es ein Luxus-Resort mit Pool und Tauch-Basis. Das Atoll ist 2 km breit und 7 km lang, fällt auf allen Seiten bis auf 2.000 (!) Meter ab und durch die isolierte Lage liegen die Sichtweiten bei durchschnittlich 60 (!) Metern. Die Anreise ist (bis auf den schlimmsten Muskelkater den wir je hatten) im Gegensatz zu Sipadan bequem: man wird von Hotel morgens um 5:30 Uhr abgeholt und zum Airport gebracht - von dort geht der Flug in einer Twin-Otter in einer Stunde nach Layang-Layang - das Flugzeug hält direkt vor dem Resort - Einchecken - und um 11:00 Uhr sind wir dann schon im Wasser bei den Fischen. Die Zimmer sind alle super geräumig, klimatisiert (mit Fernbedienung), ausgestattet mit Kühlschrank, TV, großen weichen Betten, schöner Beleuchtung und Sonnenuntergangsblick über dem Meer. Auch hier wird der Tagesablauf weitestgehend vom Tauchen und den 5 angebotenen Mahlzeiten im Buffet-Stil bestimmt. 7:00 Aufstehen, 7:30 leichtes Frühstück, 8:15 erster Tauchgang, 10:00 Frühstück, 11.15 zweiter Tauchgang, 13:00 Mittagessen, 11:45 dritter Tauchgang, 17:00 Kaffee mit Kuchen, 19:30 Abendessen. Im TV werden zwischendurch gute Filme eingespielt, wie z.B. der neue Star Wars - Episode 1 und andere Aktion-Filme. Die ersten Tage haben wir leider auch Sturm und Regen, sodaß die ersten Tauchgänge wegen hoher Wellen gerade noch möglich waren. Wir erfahren, daß einige Tage zuvor ein tödlicher Unfall passierte: eine Japanerin ist beim Einstieg ins Boot von einer hohen Welle erfaßt und gegen das Boot geschleudert worden und (weil der Bleigurt noch angelegt war) ertrunken. Auch sonst herrschen hier klare Regeln: Tauchzeit 45 min., maximal 40 Meter Tiefe und keine Deko-Tauchgänge ! Beim ersten Verstoß droht ein Verbot für den nächsten Tauchgang, beim zweiten Verstoß ein Verbot für 24 Stunden und beim dritten Verstoß wird der Tauchurlaub zum Poolurlaub. Unser Dive-Guide erweist sich auch als besonders streng und bestraft gleich am zweiten Tag einen Italiäner, der alleine auf 56 Meter ging. Wir erfahren auch, daß zuvor wochenlang das Wetter mit Sturm und Regen (wahrscheinlich Ausläufer des Taifuns über den Philippinen) geprägt war, sodaß die Sichtweiten momentan leider sehr schlecht seien. Ich möchte die normalen Sichtweiten jedoch nicht kennenlernen - auch jetzt noch liegen die Sichtweiten bei 40-50 Meter an einigen Plätzen. Die Fische kann man schon aus weiter Entfernung erkennen und optisch verfolgen. Wir haben bis auf die ersten Tage dann auch wieder Glück mit dem Wetter: Sonnenschein, wenig Wind und wenig Wellengang. Die Korallen, die hier am Riff leben sind unglaublich ! Selten haben wir solche Artenvielfalt in so großer Menge gesehen. Hier scheint alles noch in Ordnung zu sein - Korallensterben scheint ein Fremdwort zu sein. Als eigentlicher Fisch-Liebhaber schaue ich mir immer mehr die Korallengärten an und entdecke fast auf jedem Tauchgang etwas Neues. Leider fehlen so ein wenig die hier zu erwartenen Großfische. Zwar haben wir auch Graue Riffhaie, Silber-Spitzen-Haie, Leopardenhaie, Schildkröten, riesige Tunfische und Barrakudas gesehen, aber die Highlights wir Hammerhaie, Mantas, Adlerrochen und Delphine haben sich vor uns versteckt. Die sollen auch eher im März-April an das Riff kommen - dann ist das Wasser auch nicht so warm (momentan 29 Grad Celsius). Im Gegensatz zu Sipadan bemerkt man auch keine Sprungschichten (wir waren auf 56 Meter !). Die Sichtweiten sind so unglaublich, daß man teilweise die Tiefe gar nicht merkt. Man kann zu jeder Zeit bis zur Wasseroberfläche jeden Fisch und Koralle erkennen; selbst in 50 Meter Tiefe ! Es spielt somit kaum eine Rolle, ob man in 20, 30 oder 40 Metern taucht - es sieht alles so verführerisch nah aus - das haben wir in der Form noch nicht kennengelernt. Da auch die anderen Taucher aus der Gruppe ewig lange zu erkennen sind, läßt sich unser Dive-Guide auch nicht austricksen und ich habe mir natürlich auch eine Verwarnung (Tiefe) einholen müssen, zum Glück jedoch kein Tauchverbot. Es gibt bei uns aber viele Dekotauchgänge (teilweise bis zu 20 min.) - die Sicht und Tiefe ist einfach zu genial...
Eines haben Sipadan und Layang Layang jedoch gemeinsam und unterscheiden sich von den sonst üblichen Inseln oder dem Roten Meer. Es sind mehr die internationalen Besucher vor allen Dingen viele Japaner, Koreaner, Taiwanesen und Amerikaner die hier Tauchurlaub machen. Von den wenigen europäischen Tauchern waren wir auch so ziemlich die jüngsten. Auch ist hier keiner von deinen bisherigen Taucherfahrungen beeindruckt, denn hier sind viele Taucher mit weltweiter Erfahrung und mehreren 100 Tauchgängen ! Man spricht hier wenig vom Mittelmeer, Roten Meer oder der Karibik - hier fallen Namen wie Palau, Yap, Great Barrier Reef, Hawaii usw.  Neben dem Tauchprogramm läuft auch sonst nicht sehr viel. Abends ab 9:00 Uhr sieht man fast keinen mehr, viel Alkohol trinken oder lange zusammensitzen schon gar nicht - alle ruhen sich für den nächsten Tauchtag aus - hier wird halt hart am Limit getaucht...

Leider vegehen auch diese 8 Tage wieder viel zu schnell und nach 20 Tauchgängen müssen wir schon wieder unsere Sachen zusammenpacken. Wir haben noch eine Nacht in Kota Kinabalu und dann geht es weiter nach Indonesien. Nach unserem anstrengenden Borneo-Programm brauchen wir jetzt erstmal Urlaub - der Flug nach Bali ist für den 12. August ´99 gebucht !
 

    
     Flugzeug nach Layang Layang                       Layang Layang von oben aus der Vogelperspektive

    
       Layang Layang Resort mit Swimmingpool, Aircon, TV, Kühlschrank, Bar, Terasse und netter Einrichtung

    
      Sabine am Buffet-Tisch                     Die Tauchbasis von Layang Layang         Tauchplätze an der 2000 m. Wand

    
    Briefing bei dem strengen Jon                     Die Tauchboote der Basis                     Tauchausfahrt zu den Plätzen

    
    Auf dem Boot beim Vorbereiten               Warten auf den Tauchgang                 Endlich im Wasser - und los geht´s

    
        Endlich ´mal was Großes...                     viele seltene Riffbewohner                     fantastische Weichkorallen

    
        die tollen Clownsfische                        Vogelnistplatz Layang Layang                   lustige Gesellen am Rande
 
 

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